KI ist in den Unternehmen angekommen – zumindest in den Schlagzeilen. Doch zwischen Medienbild und Realität klafft eine erhebliche Lücke: 90 % der CEOs berichten keinen messbaren Produktivitätseffekt, 95 % der Piloten scheitern am fehlenden Cashflow-Beitrag – während gleichzeitig 4,4 Billionen USD an jährlichem Produktivitätspotenzial im Raum stehen. Für Aufsichtsräte, Beiräte und Vorstände stellt sich damit nicht die Frage, ob KI relevant ist, sondern wie sie verantwortungsvoll gestaltet und zum echten Werttreiber wird.
In diesem Vortrag beleuchtet Isabel Hartung – Multi-Aufsichtsrätin mit Mandaten in Tech, AI und Software, in Familienunternehmen, PE und Multinationals – die strategische und governance-bezogene Dimension von KI im Boardroom. Sie zeigt auf, wo die größten Wissenslücken in Aufsichtsgremien liegen, welche Risiken jenseits des EU AI Act unterschätzt werden, und welche Haftungsfragen sich für Vorstand und Aufsichtsrat konkret stellen. Anhand klarer Erfolgsfaktoren bis zur veränderten Rolle des Aufsichtsrats als Challenger, Co-Navigator, Antizipator und Meta-Integrator – entwickelt sie ein praxisnahes Bild davon, was „New Work im Boardroom” heute bedeutet.
Der Vortrag versteht sich als Impuls und Sparringseinladung: Wie viel KI-Literacy braucht Aufsichtsarbeit heute? Welche Fragen muss ein Gremium stellen können - und welche Verantwortung kann es nicht mehr delegieren? Am Ende steht eine konkrete Kernfrage, die jede Teilnehmerin in ihr nächstes Mandatsgespräch mitnehmen kann: Was ist unser Plan für KI – und welche Rolle möchte ich darin einnehmen?